Versicherungsbarometer - Mittwoch, 02.06.2010 08:20

Die Gesamtanzahl der Täter mit Veruntreuungen von mehr als 5.000 Euro ist weiter angestiegen.
2006 waren es noch 174 Personen von allen Tätern (367), in 2007 waren es 191 (315) und in 2008 meldeten die Versicherungsunternehmen 193 von insgesamt 266 Personen.
Damit wird deutlich, dass das Hellfeld der Missbräuche im Trend über 5.000 Euro liegt und die Anzahl der Täter die sich unter diesen Werten bereichern, signifikant sinkt.
Inwieweit das ein erster Hinweis darauf ist, dass sich die Möglichkeiten der Täter zur Veruntreuung in geldnahen Bereichen in der Versicherungswirtschaft verbessert oder deren Entdeckungsmöglichkeiten verschlechtert haben, kann aus der Statistik nicht abgeleitet werden.
Aus dem Zahlenmaterial und den weiteren Auskünften der Bundesanstalt (BaFin) auf Nachfragen von CrimeReport, lässt sich aber herausarbeiten, dass keine Versicherungssparte von Veruntreuungen mehr verschont bleibt und der Trend im Einzelfall, mehr Geld zu veruntreuen, fühlbar ansteigt.
Begnügten sich 2006 noch 193 Personen mit einer Summe unterhalb von 5.000 Euro, sind es in 2008 nur noch 73 Personen.
Um diesem Trend entgegenzuwirken sind klare Signale und spürbare Sanktionen an die Mitarbeiter erforderlich. Der Aufbau einer mehrschichtigen Sicherheitsarchitektur wird von der Versicherungswirtschaft mehr und mehr angewandt.
Das frühere Alleinstellungsmerkmal der Revision oder Rechtsabteilung zur Bekämpfung des Betruges ist längst Geschichte.
In der Betrugsaufklärung erfahrene Task-Force-Einheiten unterstützen in vielen Unternehmen die Repression und strategische Präventionsarbeit der Geschäftsleitung, bis hin zum Aufbau eines Fraud-Continuity-Management. Die klaren Vorgaben des Bundesgerichtshofes zu den Anforderung an die Compliance sowie deren Überwachung durch den Compliance-Officer, geben die nötige Rückendeckung, um auch intern gegen die Mitarbeiterkriminalität vorzugehen.
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