Brand - Samstag, 11.07.2009 18:33

Ein erster Vergleich mit Österreich und der Schweiz zeigt, dass die Entstehung der Fettbrände und die teils heftigen Explosionen keine landestypischen Besonderheiten aufwiesen.
Verletzungsfolgen:
Durch eigene Löscharbeiten kam es zu Brandverletzungen an den Händen. Bei dem Verdacht auf Rauchgasvergiftungen wurden zusätzlich Untersuchungen im Krankenhaus nötig.
Frauen waren ausschließlich betroffen
Frauen im Alter von 21 bis 79 Jahren waren nach der Recherche von Crimereport betroffen. Der Gesamtschaden in den Wohnbereichen wurde zwischen 4.000-50.000 Euro beziffert.
Erste Erkenntnisse und vorbeugende Maßnahmen:
Vor eigenen Löschversuchen sollte unbedingt die Sicherung zu den noch im Betrieb befindlichen Elektrogeräten herausgenommen werden. In den meisten untersuchten Fällen war die Dunstabzugshaube in Betrieb, so dass durch die Kaminwirkung der Geruchs- und Fettfilter in Brand gerät. Je älter der Filter ist, desto größer die Gefahr. Der mit Fett getränkte Filter kann die Flammen aus der Zündquelle schneller aufnehmen. Ein rechtzeitiger Austausch lohnt sich auch unter diesen Gesichtspunkten.
Einsatz einer Löschdecke:
Die wenigsten Brandopfer verfügten über eine Löschdecke. Kleinere Brände in der Pfanne oder Topf könnten damit bei kurzzeitiger Entdeckung noch abgelöscht werden. Nach dem Übergriff der Flammen auf die Kunststoffküchen entstehen schnell giftige Substanzen, so dass der Aufenthalt ohne Atemschutz schnell gefährlich werden kann. Auch auf die Bekleidung am Körper muss geachtet werden. Je nach dem Anteil an synthetischer Bekleidung ist äußerste Vorsicht geboten. Diese ist unter Umständen leicht entflammbar, schmilzt und verbindet sich mit der Haut.
Wasser ist kein Löschmittel für Fettbrände:
In diesem Zusammenhang warnt Crimereport eindringlich davor, brennendes Speiseöl oder Fett mit Wasser abzulöschen. Das Einbringen von Wasser in heißes brennendes Öl oder Fett (200 Grad) führt schlagartig zu einer Verdampfung und einer eruptions-artigen gewaltigen Stichflamme. Dadurch können schwerste Verbrennungen und unkontrollierbare Brandausbreitungen entstehen.
Zur Untersuchung kamen Küchenbrände in Oldenburg, Grone, Dortmund, Bruck (Steiermark), Herisau (Schweiz), Binningen (Schweiz), Niederöblarn, Ferschweiler (Eifel), Weingarten, Kirchfidisch (Burgenland), Groß St. Florian (Steiermark) unter die Lupe genommen.
Fazit ist, dass die betroffenen Frauen das Risiko der Inbrandsetzung und die teilweise gewaltige Brandentwicklung bei nur kurzen Abwesenheitszeiten unterschätzt haben.
Tags: Überhitzungsgefahr, Brandgefahr, Fettbrände, Küchenbrände, Löschdecke, Risikominimierung, Vollbrand
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