Betrug - Montag, 14.06.2010 09:11

Konkrete Zahlen nennt er nicht, aber dafür liefert er das Motiv:
„Nach Jahre langem Einzahlen der Prämien wird bei einem Schaden die Möglichkeit zum Betrug genutzt. Jetzt hol ich mir mein Geld zurück."
Im Übrigen bestätigt Edelbacher, dass es dem Betrüger auch sehr leicht gemacht wird, weil verdächtige Fälle erst ab 5.000 Euro bei vielen Versicherungen geprüft würden und auch auf Seiten der Polizei das Interesse an der Ermittlungstätigkeit auf diesem Sektor nachgelassen habe.
Konsequenzen
Wir haben uns die Reaktionen auf diesen Artikel angesehen, der in der Überschrift schon plakativ darauf hinweist, dass nur wenige Betrüger überführt werden, was auch die Experten bestätigen.
Das Meinungsbild im Chat ist dementsprechend gemischt von Rechtfertigungsgründen bis hin zu Vorwürfen an die Versicherungswirtschaft, dass sie Geld verdienen würde.
Der Kern der Aussagen, dass einerseits der überwiegende Teil der braven treuen Versicherungskunden (95 Prozent) die Zeche für die Betrügereien zahlt, womöglich also die fehlenden 300 Millionen Euro in den Prämien stecken, kommt wieder einmal zu kurz bzw. konnte offensichtlich nicht vermittelt werden.
Noch schlimmer ist, dass offensichtlich eine Quote von 5 Prozent Verlust durch Betrügereien hinnehmbar scheint.
Eine abschreckende Wirkung mit Blick auf die Täter, durch etwaig drohende Sanktionen durch die Strafverfolgungsbehörden oder des Versicherers, kann der Artikel wahrlich nicht entfalten, wenn gleich mehrfach herausgestellt wird, wie wenig hier zu erwarten ist von Seiten der Justiz und des angeblich nicht stattfindenden Controlling auf Seiten der Versicherer unterhalb einer Schadensumme von 5.000 Euro.
Die Schwachstelle des Artikels haben die Leser denn auch schnell entdeckt.
Es fehlt an konkreten Zahlen und den dazu gehörigen Schadenfällen die aufgedeckt wurden. Nur so hätte verdeutlicht werden können, dass das Entdeckungsrisiko eben nicht gleich Null ist.
Dass es mehr aufgedeckte Fälle gibt, in denen der Betrug nachgewiesen wurde und zu teils erheblichen Sanktionen führte, belegen wir wöchentlich mit unserer Berichterstattung.
Mit mehr Einsatz von Technik und wachsamer Augen von geschulten Spezialisten könnten die Aufklärungsquoten natürlich auch erheblich angehoben werden. Aber das gibt es auch nicht zum Nulltarif.
Den Artikel im Kurier finden Sie unter:
Tags: Beihilfe zum Versicherungsbetrug, Betrug, Betrugsprüfung, Crime, Doppelabrechnung, manipulierte Verkehrsunfälle, Risikomanagement, Risikominimierung, Studien zum Versicherungsbetrug, Urteile, Versichertengemeinschaft, Versicherungsbetrug, Versicherungsmissbrauch, Vortäuschen von Straftaten
Weitere Meldungen: Fahndung & Sicherstellung
Crimereport ist ein Nachrichtenportal. Das Kriminal-Magazin stellt aktuelle Informationen für die Versicherungs- und Sicherheitsbranche zur Verfügung. Als Ratgeber- und Themenportal im Bereich der Finanzwirtschaft werden umfassende Analysen, Meinungen und kompakte Themenschwerpunkte mit Hintergrundinformationen zur Verfügung gestellt, die auch für Verbraucher von großem Nutzen sind. Mit seinen Inhalten, Tools und Services orientiert sich Crimereport an den Bedürfnissen der User. Über aktuelle Risiken wird aufgeklärt. Mit dem Datenbanksystem des Nachrichtenportals liefert Crimereport einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung über die Versicherungskriminalität und damit in Zusammenhang stehender Delikte. Verbraucher werden sensibilisiert. In den Kernthemen werden weitere Informationen zur Verfügung gestellt. Der Inhaber war sechs Jahre Leiter der Abteilung Kriminalitäts- und Geldwäschebekämpfung im Gesamtverband d. dt. Versicherungswirtschaft. Zuvor war er 20 Jahre in der Versicherungsbranche in verschiedenen Führungsaufgaben mit Themen der Schadenabwicklung, Betrugsabwehr und des Risikomanagement befasst. Auf die Erfahrung aus über 3.200 Gerichtsverfahren kann zurückgegriffen werden. Den Kunden werden weitere Services zur Verfügung gestellt. Mit einer Mediathek, dem Archiv, der indivduellen Recherche, dem Expertenbranchenbuch und einem Kriminalmagazin werden weitere Hilfestellungen angeboten.