Gefahren im Internet - Freitag, 08.10.2010 14:41

Stuxnet-Trojaner in Siemens-Steueranlagen entdeckt

In Iran sind offenbar 30.000 Rechner in Industrieanlagen mit dem Trojaner infiziert. Über Beweggründe, Absichten und Schöpfer gibt es bislang nur Spekulationen. Sicher ist aber, dass er über Siemens-Steuerungssoftware in die Systeme gelangt.

Noch weiß niemand, was der mysteriöse Code „DEADF700“ bewirken wird. Er ist eines der letzten gesendeten Kommandos, die das rätselhafte Schadprogramm Stuxnet in Gang setzt. Iran hat am Samstag offiziell zugegeben, Ziel einer Attacke von Stuxnet gewesen zu sein. Ein Informationstechnik-Experte des iranischen Ministeriums für Bodenschätze sagte, dass 30.000 Rechner in heimischen Industrieanlagen mit dem Trojaner infiziert worden seien. Viele der Kontrollsysteme für die Industrieanlagen stammten von Siemens. Stuxnet greife speziell diese Systeme an und übermittle Daten ins Ausland. Noch immer ist unklar, wer und was hinter Stuxnet steht. Über Beweggründe, Absichten, Ziele und Schöpfer kann es nur Spekulationen geben, die Experten aufgrund von Plausibilitäten ableiten. Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt davor uns stellt Unternehmen Handlungsempfehlungen zur Überprüfung ihrer IT-Systeme auf Stuxnet-Schadesoftware zur Verfügung. Stuxnet ist eine spezialisierte Schadsoftware, mit der die Siemens-Software Windows Control Center (WinCC) sowie speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS, engl. PLC) angegriffen und manipuliert werden können. Die sofort umsetzbaren Handlungsempfehlungen zur PLC-Überprüfung können beim BSI per E-Mail unter stuxnet@bsi.bund.de angefordert werden. Um die aktuelle Gefährdungslage besser einschätzen zu können und potenziell betroffene Unternehmen bei weiteren verfügbaren Informationen zu Stuxnet direkt adressieren zu können, bittet das BSI die Besteller dabei auch um die Benennung des Einsatzfeldes der WinCC-Software im jeweiligen Unternehmen. Zur Überprüfung der WinCC-Software stellt Siemens auf seiner Webseite unter support.automation.siemens.com/WW/view/en/43876783 ein entsprechendes Tool bereit. Prozesssteuerungssysteme nutzen Standard-IT Moderne Industrietechnik hat heute einen hohen Grad an Komplexität und Automatisierung erreicht, so dass ihre Steuerung oft nur mithilfe von Computersystemen möglich ist. Prozesssteuerungslösungen – auch als SCADA-Systeme bezeichnet – unterstützen eine Vielzahl von Abläufen und enthalten dabei immer mehr Bestandteile aus der Standardinformationstechnik. Anwendern bietet dies Vorteile wie Kosteneinsparungen oder einfaches zentralisiertes Management. Der Einsatz der Standard-IT birgt jedoch auch Risiken: Beispielsweise werden jährlich Tausende sicherheitstechnisch relevante Schwachstellen in Standardsoftware bekannt. IT-basierte Angriffe auf Prozesssteuerungssysteme werden in einschlägigen Arbeitskreisen schon seit Jahren diskutiert, die tatsächliche Realisierbarkeit wurde bisher aber nur unter Laborbedingungen nachgewiesen. Mit Stuxnet ist nun erstmalig eine auf Prozesssteuerungssysteme spezialisierte Schadsoftware öffentlich bekannt geworden. Bemerkenswert sind dabei der Aufwand und das fachliche Knowhow, das in die Entwicklung des Trojaners eingeflossen ist. Neben der Ausnutzung mehrerer bislang unbekannter Schwachstellen in Microsoft Windows – so genannte Zero-Day-Lücken – und der Verwendung gültiger Zertifikate, welche der Schadsoftware das Einnisten auf den Host-Systemen der WinCC-Software ermöglichten, verfügte der Angreifer über genaue Kenntnisse der WinCC-Plattform sowie der Programmiersprache STEP 7. Durch so genannte Root-Kits versteckt sich der Stuxnet-Trojaner nicht nur auf den WinCC-Systemen, sondern erschwert auch eine Erkennung von Manipulationen der angegriffenen PLCs. Weitere Informationen zum Einsatz von Informationstechnik in der Prozessüberwachung und -steuerung sowie zum Thema SCADA-Sicherheit sind auf der Webseite des BSI unter https://www.bsi.bund.de/SchutzEmpfehlungKritis abrufbar.

Tags: Risiko, Sicher im Internet unterwegs, Sicherheit, Sicherheitshinweis, Sicherheitslücke, Sicherheitsmitteilung, Transparenz, Verbraucherschutz

Produktwarnungen - Dienstag, 10.04.2012 07:40

Achtung Verletzungsgefahr: Rasentraktoren sind unter Umständen nicht zu stoppen

Verschiedene Aufsitzmäher unterschiedlicher Hersteller haben dasselbe Problem: ihr defekter Antrieb kann unter Umständen nicht gestoppt werden. Es handelt sich um Rasentraktoren der Marken Husquarna und Briggs &Stratton aus Amerika sowie der Marke Al-Ko aus Deutschland. Unfälle und Schnittverletzungen sind nicht auszuschließen.

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Gefahren im Internet - Mittwoch, 11.01.2012 23:48

Rechner auf Befall mit der Schadsoftware "DNS-Changer" prüfen

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt allen Internetnutzern, ihre Rechner auf Befall mit der Schadsoftware "DNS-Changer" zu überprüfen. Ab sofort ist eine solche Überprüfung mit Hilfe der Webseite www.dns-ok.de ganz einfach möglich. Die Webseite wird gemeinsam von der Deutschen Telekom, dem BSI und dem Bundeskriminalamt zur Verfügung gestellt. Einfacher Test auf Webseite www.dns-ok.de von Deutscher Telekom, BSI und BKA.

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Prävention - Freitag, 30.09.2011 07:35

Warnung an Studenten vor betrügerischen Wohnungsvermittlern

Der Beginn des Wintersemesters an den Hochschulen naht - gleichzeitig steigen die Zahlen eines Kriminalitätsphänomens, von dem hauptsächlich junge Studenten betroffen sind. Die jungen Leute fallen auf der Suche nach bezahlbarem Wohnraum Betrügern zum Opfer.

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