Diebesgüter - Samstag, 13.11.2010 17:51

Im Fall des Autohauses Kamps wollten Polizeibeamte aus Nordrhein-Westfalen eines der Fahrzeuge auf der A2 stoppen. Die Kontrolle des angeschraubten Kennzeichens ergab, dass es zu einem anderen Fahrzeug gehörte, was mittlerweile Standard der Autoschieber zu sein scheint, um nicht aufzufallen.
Autoschieber wissen, dass Deutschland aufgrund seiner hohen Anforderungen an den Datenschutz auf eine automatisierte Kennzeichenerfassung zur Plausibilitätsprüfung verzichten muss.
Nach einer Verfolgungsjagd durch Niedersachsen bei dem auch ein Hubschrauber zum Einsatz kam, verlor der 46-jährige gebürtige Pole die Kontrolle über das Fahrzeug. Er flüchtete zu Fuß, wurde aber durch die eingesetzte Wärmebildkamera in einem Gebüsch geortet. Mit dieser Aktion hatte der Täter, welcher mangels festen Wohnsitzes festgenommen wurde, seinen Komplizen einen ordentlichen Vorsprung verpasst. Von den 2 weiteren A6 fehlt noch eine heiße Spur.
Autohaus in Lanzendorf/ Himmelkron
Der Trend sich gleich mehrere Fahrzeuge zu beschaffen, scheint momentan nichts mit der Automarke zu tun zu haben, sondern nur mit der Anzahl der Bestelltaufträge, an die Autoschieber. Ein Angestellter bemerkte am 10.11.2010, dass von dem Areal des Autohauses in der Hofer Straße zwei Opel Astra gestohlen wurden.
Autohaus am Bäkeplakken/Oldenburg
Im gleichen Zeitraum wurde ein auffällig und hochmotorisierter Audi S 3 mit Sportausstattung, Sportsitzen, Lederausstattung, Dekor-Einlagen aus Klavierlack von einer Rampe gestohlen. Autohaus in Karlstadt, Schlüssel nach Besichtigung behalten Eine andere Masche scheint sich auf dem Betriebsgelände eines Autohauses in Karlstadt in der Würzburger Straße ereignet zu haben. Für einen mit 20.000 € ausgepreisten BMW 525d fanden sich zwei ostdeutsche Interessenten, vermutlich Russen. Auch wenn es schon ein alter Trick ist. Der Verkäufer übergab für eine genaue Besichtigung des BMW alle vorhandenen Schlüssel. Einer der Täter lenkt ab und tauscht den Originalschlüssel. In Ruhe wurde der BMW in der darauffolgenden Nacht vom Hof geholt. Erst nach dem Diebstahl bemerkte der Autohändler, dass ein Originalschlüssel gegen einen Klon getauscht wurde.
Autohaus in Munster (bei Soltau), Schlüssel nach Probefahrt behalten
Kein Einzelfall, denn auch der A2 bei Helmstedt konnte im gleichen Berichtszeitraum noch ein Audi A6 aus einem Autohaus in Munster gestoppt werden. Die Festgenommenen 25-jährigen Täter gaben an, dass sie sich das Fahrzeug zu einer Probefahrt ausgeliehen hatten. Hierbei gelang es einen Fahrzeugschlüssel unbemerkt einzubehalten. In den Abendstunden ist schließlich der Diebstahl durchgeführt worden. Das Fahrzeug sollte am nächsten Tag in Polen verkauft werden.
Auch die Masche mit zuvor geklauten Kennzeichen wurde wieder angewandt. Das Duo fiel den Beamten aber trotzdem auf der A2 auf.
Teilediebstahl im großen Stil
Wie dreist die Diebe sind, zeigt der nächtliche Besuch im Reifenlager eines Autohauses in Lübbecke, Ostwestfalen. Ein voll beladener Mercedes Transporter fiel den Beamten der Bundespolizei auf, der in Richtung Polen unterwegs war. Die 25- und 27-jährigen Männer hatten 30 Kompletträder im Wert von 30.000 € aus dem Reifenlager an der Zeissstraße entwendet. Während dort noch die Tataufnahme lief, vermeldete die Bundespolizei den Kollegen schon die Sicherstellung.
In Nördlingen/Donauwörth hat die Polizei vor wenigen Tagen zugeschlagen. Eine fünfköpfige Gruppe, die sich auf Diebstahl von Felgen und Reifen spezialisierte, konnte dingfest gemacht werden. Die Bande war nach den Ermittlungen der Kripo Dillingen überregional tätig. Die Beamten sind davon überzeugt, dass der 21-25 Jahre alten Polen nur dazu diente, die Straftaten zu begehen. Es wurde Haftbefehl erlassen. Vor der Festnahme wurden zwei Komplizen auf frischer Tat ertappt, als sie in ein Autohaus an der Gewerbestraße in Nördlingen einstiegen. In der Nähe des Tatortes entdeckten die Fahnder zwei abgestellte Transporter mit polnischer Zulassung, so dass weitere Tatbeteiligte vermutet wurden, was sich durch Festnahmen dann auch bestätigte.
Winterreifenpflicht - Diebe füllen ihre Lager
Der Klau von Kompletträdern, insbesondere Winterreifen dürfte nun aufgrund der Vorhaben der Bundesregierung im November noch die Winterreifenpflicht gesetzlich zu verankern, neuen Aufschwung erhalten.
Im Weser-Emsland wurden mehrere Betriebsgelände angegangen. In Lohne wurden an hochwertigen Neufahrzeugen 12 Kompletträder demontiert im Wert von rund 15.000 Euro.
In Osnabrück wurden von einem umzäunten Außengelände eines Autohauses an der Iburger Straße 200 Winterreifen gestohlen. Auch für den Lagerplatz mit neuen Reifen und Felgen interessierten sich die Diebe. Von dort wurden weitere 50 Kompletträder mit Winterbereifung mitgenommen, so dass allein bei dem Volumen größere Transportfahrzeuge vor Ort gewesen sein müssen.
Einem Autohaus am Borkener Hof in Nordhorn kam ein aufmerksamer Zeuge zur Hilfe. Ein Caddy mit niederländischem Kennzeichen wurde am Tatort sichergestellt. Dort hatten sich zwei niederländische 19-Jährige mit dem Aufbocken von Fahrzeugen und der Demontage zu schaffen gemacht. versuchten, von abgestellten Fahrzeugen komplette Reifensätze abzumontieren. Nach Angaben der Festgenommenen war die Gruppe mit zwei Fahrzeugen vor Ort. Bei dem Versuch den flüchtigen weißen Peugeot zu stoppen der schon in Richtung Niederlande unterwegs war, kam es trotz Anhaltezeichen der Beamten zu einem Rammstoß, wonach das Dienstfahrzeug nicht mehr gelenkt werden konnte und dem Täter die Flucht gelang.
Das Autohaus war nach Angaben eines Sprechers der Polizei nicht zum ersten Mal von Diebstählen betroffen. Wenige Monate davor wurden mehrere Neufahrzeuge entwendet.
Winsen/Aller – Festnahme an der polnischen Grenze
In der Nacht zu Mittwoch, 10.11.2010 haben unbekannte Diebe ein Reifenlager in Winsen an der Aller ausgeräumt. Dem Autohaus Im Langen Winkel wurden ca. 70 Kompletträder im Wert von rund 30000 Euro gestohlen. Die Polizei vermutet, dass die Täter sich in der Nacht auch gleich die Transportfahrzeuge beschafften. In der Straße Lürkenkamp in Bannetze wurde ein blauer Multivan und Am Glockenberg in Winsen ein weiterer Multivan gestohlen. Der Wert der Fahrzeuge belief sich auf 25.000 bzw. 22.000 Euro. Das Fahrzeug hatte einen Wert von ca. 25000 Euro. Die sofort eingeleitete Fahndung führte zu einem ersten Erfolg. Ein 30-jähriger Fahrzeugführer aus Osteuropa konnte an der deutsch-polnischen Grenze mit einem der Fahrzeuge gestellt und festgenommen werden.
Der 14-tägige Rückblick zeigt, dass die Autohäuser wieder stärker in den Fokus der Auto- und Teileschieber geraten sind. Die Täter nutzen die Nachtzeit, weil in den Gewerbegebieten, wo die meisten Autohäuser/Reifenlager ansässig sind, mit unliebsamen Zeugen nicht gerechnet werden muss.
Foto: Autohaus Kamps
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