Plagiate - Freitag, 04.02.2011 15:43

Während in den unteren Preissegmenten Fälschungen und Plagiate noch relativ leicht zu erkennen sind, sind am oberen Preisende teilweise selbst Uhren-Experten überfordert, so Trusted Watch.
Im mittleren Preissegment (300-2.500 Euro) lohnt sich offensichtlich auch schon ein erhöhter Einsatz bei der Beschaffung hochwertiger Uhrenbauteile sowie der Erwerb von vermeintlichen Originalzertifikaten oder Verpackungen, um die Ware als echt deklarieren zu können.
In der Oberklasse ab 10.000 Euro geht es um die luxuriösen Uhren, wobei hier die große Nachfrage aus Ländern wie China und Russland, auch den Bedarf an Fälschungen und Plagiaten ankurbelt.
Die Gewinne sind gewaltig. Neben immer raffinierteren Plagiaten tauchen nun vermehrt im Hochpreissegment sogenannte Marriagen auf.
Dieses Problem ist in der Oldtimerszene mit dem Begriff „Matching Numbers“ umschrieben, womit bei einem Auto anhand von Produktionsnummern noch belegbar ist, wie viele der ursprünglichen Hauptkomponenten noch vorhanden sind.
Bei Luxusuhren kommt es ähnlich der Fälschungen im Oldtimermarkt und dem Aufbau eines Fahrzeuges aus mehreren Objekten nun zum Fake mit Originalteilen und gefälschten Teilen.
Eine Uhr erhält das Zertifikat, eine die Bedienungsanleitung oder ein Teil mit der Seriennummer, die Krone, das Armband, Gehäuse oder Laufwerk. Trusted Watch bestätigt in dem Bericht, dass selbst erfahrene Juweliere den Tätern auf den Leim gehen.
Je höher der Anteil der Originalteile, desto geringer das Entdeckungsrisiko.
Hieraus lässt sich laut Trusted Watch nur ein vernünftiger Rückschluss ziehen. Abgesehen von billigsten Kopien und Plagiaten ist das Erkennen von gefälschten Uhren nichts für Laien. Auch der Austausch im Internet über verschiedene Uhrenforen schafft nicht immer die nötige Klarheit. Sammler, die sich in Uhrenforen täglich austauschen entdecken mehr als „normale“ Uhrenkäufer, unterliegen aber auch Fehleinschätzungen, weil selbst das Foto mit dem das gute Stück im Internet angeboten wird, heutzutage aus der Bildbearbeitung stammen kann.
Wer auf eine lückenlose Prüfung der Historie (Rechnung, mitgelieferte Papiere und Adresse des Erstkäufers) verzichtet, verliert nicht nur schnell sein Geld, sondern läuft auch bei der Hereingabe zur Revision beim Kundendienst des Herstellers noch Gefahr, einer unlauteren Handlung bezichtigt zu werden.
Bei extrem günstigen Preisen ist Vorsicht geboten. Verlangen Sie einen konkreten Historiennachweis. Bei den meisten Markenherstellern erhalten Sie Hilfe und können zudem einen Stammbuchauszug anfordern, auch wenn das nicht kostenfrei ist, so lohnt sich dort dieses Investition. Zusätzlich bietet sich Beurteilung durch einen Gutachter an, der Ihnen die Plausibilitätsprüfung von Rechnung, Zertifikat, Bedienungsanleitung und dem guten Stück der Begierde abnimmt.
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