Betrug - Donnerstag, 13.08.2009 08:25

Nach Überzeugung der Richter beauftragte Uwe S. aus Roßdorf, der im Ruf eines sogenannten Unternehmensbestatters steht, seinen damaligen Geschäftsführer Steven G. und den Autoverkäufer Andreas F. die VW-Autohäuser in Rathenow sowie Genthin in Brand zu setzen.
Rückblick
In der Nacht vom 08. auf den 09.10.2005 wird das Vorhaben durch Vortäuschen eines Brandanschlages in die Tat umgesetzt. Die Feuerwehren werden durch Anwohner und Zeugen gegen 1.30 und 3.15 Uhr alarmiert. Beim Eintreffen der Feuerwehren brennen die VW-Autohäuser, ein Bürotrakt und nahezu 30 Fahrzeuge.
Spuren sollten wieder Brandanschlag bestätigen
Anfangs gingen die Brandermittler von einem Brandanschlag aus. Das VW-Autohaus Genthin war bereits drei Jahre zuvor durch einen Brand stark beschädigt worden. Der Versicherungsschaden lag bei drei Millionen. Bis zum Zeitpunkt der neuen Brände konnten die Hintergründe und Täter nicht ermittelt werden.
Brandbeschleuniger festgestellt
In den neuerlichen Fällen war schnell klar, dass die Brände mittels Brandbeschleuniger gelegt wurden. Diesmal wollte Uwe S. von den Versicherungen rund fünf Millionen einstreichen. Es wurden aber nur 290.000 Euro gezahlt.
Ermittlungen werden ausgedehnt
Im August 2008 wurde Uwe S. wegen Insolvenzverschleppung, Steuerhinterziehung, Subventionsbetrug und Untreue verhaftet. Im Zuge der Ermittlungen kam auch Eike O. der ehemalige Geschäftsführer des insolventen Skoda Autohauses in Burg in Untersuchungshaft.
Erste Geständnisse 2008
Nach den langwierigen Ermittlungen des Landeskriminalamtes Sachsen-Anhalt konnten im November 2008 die im Auftrag handelnden Brandstifter gestellt werden. Beide Männer legten umfassende Geständnisse ab.
Brände ohne Ende
Die weiteren Ermittlungen zu den Brandstiftungen im Herbst 2005 führten zu der Überzeugung, dass das nicht die einzigen Taten waren, die auf das Konto dieser Gruppe gehen. Im Dezember 2002 kam es schon einmal zu einem Großbrand im VW-Autohaus Genthin und auch das im Besitz der Ehefrau von Uwe S. stehende Hotel Hüttermühle in Genthin brannte im April 2001 vollends ab.
Uwe S. kann nun innerhalb einer Woche Revision einlegen. Mit dem Urteil ist das Gericht unter der von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafe von sieben Jahren geblieben. Es wird weiter berichtet. Uwe S. hat seinen Ruf als Firmenbestatter schon alle Ehre gemacht.
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