Fälschungen & Plagiate - Mittwoch, 13.04.2011 07:53

In der vergangenen Woche wurden umfangreiche Durchsuchungen in Deutschland und der Tschechischen Republik durchgeführt und gegen sieben Haupttäter Haftbefehle vollzogen.
Zeitgleich fanden strafprozessuale Maßnahmen auch in anderen europäischen Ländern statt. Insgesamt durchsuchten etwa 300 Zollfahnder sowie mehrere Staatsanwälte der Staatsanwaltschaft Potsdam insgesamt über 60 Objekte, alleine 40 davon in Deutschland.
Das Netzwerk belieferte hauptsächlich Kunden im deutschsprachigen Raum; der Vertrieb erfolgte vor allem von der Tschechischen Republik und von Deutschland aus mit eigens dafür gegründeten Firmen.
Nach den bisherigen Erkenntnissen wurden die per Internet bestellten Warenmengen in neutral verpackten und mit gefälschten Absendern versehenen Briefsendungen per Post bzw. Kurierdienst an die Besteller ausgeliefert. Der vorherige Transport aus der Tschechischen Republik nach Deutschland erfolgte vor allem durch kleinere Transportunternehmen.
Um die tatsächlichen Zahlungsempfänger zu verschleiern, organisierten die Täter ein weltweit verzweigtes Netzwerk von Briefkastenfirmen. Die gesamte Abwicklung von der Kundenaquise über die Bestellung bis zur Bezahlung erfolgte über das Internet - mit einem außerordentlichen Organisationsgrad.
So wurden bandeneigene Webmaster nur für die Anwerbung neuer Kunden tätig. Zudem versprach die Organisation den potenziellen Käufern "Diskrete Abwicklung durch Versand aus dem Inland - ohne Zollprobleme".
Bei der Durchsuchungsaktion stellten die Ermittler neben Arzneimitteln und umfangreichen Datenmengen auch Bargeldbeträge unterschiedlicher Währungen sowie Vermögenswerte, wie hochwertige Fahrzeuge und Unterhaltungselektronik, sicher. Die Auswertung der umfangreichen Beweismittel dauert an. Daneben laufen weitere Ermittlungsund Fahndungsmaßnahmen.
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