Prävention - Mittwoch, 04.05.2011 17:11

Die Dienststellen des Polizeipräsidiums Koblenz verzeichnen auch in diesem Frühjahr bereits die ersten Vorfälle und Strafanzeigen mit den vorgenannten „Wandergesellen“:
„Irische Teerkolonne“ In der vergangenen Woche (27./28. April) tauchten im Westerwald (Raum Hachenburg) und im Kreis Neuwied (Straßenhaus) reisende Straßenarbeiter auf:
Zufällig habe man von der letzten Baustelle noch ein paar Tonnen Teer übrig, da könnte man doch für „kleines Geld“ die Winterschäden in der Hofzufahrt oder auf dem Grundstück beseitigen…?!
Einmal abgesehen von der mehr als fragwürdigen handwerklichen Qualität, werden die Arbeiten von den meist englisch- oder irisch-stämmigen Anbietern oft unaufgefordert ausgedehnt und dann ein Preis verlangt, der die ursprüngliche Absprache um ein Vielfaches übersteigt.
Und da derjenige, der sich auf diese im doppelten Wortsinne „Schwarzarbeit“ eingelassen hat, sich in einer rechtlich ungünstigen Position befindet, wechseln oft hohe drei- oder vierstellige Beträge zähneknirschend den Besitzer.
Die Polizei rät: - Finger weg von solchen Angeboten!
Die Qualität ist mies und Sie machen sich auch noch strafbar (Schwarzarbeit). Sollten derartige Reparaturen notwendig sein, lassen Sie sich nicht an der Haustür überrumpeln. Prüfen Sie die Angebote in Ruhe und holen Sie sich fachkundigen Rat ein.
Auch keine Alternative wirkliche Alternative für das Original- Haustürverkauf von Elektrogeräten durch „Teerkolonne“
Quasi als „zweites gewerbliches Standbein“ sind die vorgenannten Teerarbeiter zuletzt mehrfach auch als Verkäufer von Handwerksgeräten aufgetreten.
Anfang dieser Woche im Raum Cochem/Mittelmosel und bereits im Januar sowie im März im Raum Simmern/Flughafen Hahn.
Auch hier gilt:
Hände weg vom vermeintlichen Schnäppchen!
Die Geräte sind entweder gestohlen oder ungeklärter Herkunft und sind in jedem Fall selbst zum Schnäppchenpreis überteuert. Zudem entsprechen sie in vielen Fällen nicht den deutschen Sicherheitsstandards – was vor allem bei so gefährlichen Geräten wie Motorsägen oder Stromaggregaten kein unerhebliches Argument darstellen kann (siehe auch www.produsa.de zu Produktrückrufen und Plagiaten).
Betrügerische Schmuckanbieter
Bereits Ende Februar im Raum Mülheim-Kärlich und im Raum Boppard sowie am 13. und 14. April 2011 auf der B 327 bei Waldesch und auf den Autobahnparkplätzen rund um das Koblenzer Kreuz (A 48 / A 61) wurden jeweils gleich mehrere Gruppen unabhängig voneinander agierender „Schmuckanbieter“ von der Polizei angetroffen und überprüft. Wie fast immer, handelte es sich ausnahmslos um Rumänen, die in Dreier- oder Vierergruppen „auf der Durchreise“ sind.
Ebenfalls wie fast immer, finden die Beamten geringe Mengen an Modeschmuck und kaum Bargeld bei den Insassen – der Rest ist irgendwo in einem Erddepot versteckt oder bei abgesetzt wartenden Mittätern.
Gegenüber ihren Opfern geben diese Betrüger vor, mit einer Panne oder aus Spritmangel liegengeblieben zu sein oder sich in einer sonstigen Notlage zu befinden. Mit dem Kauf eines Goldringes oder einer Goldkette für 20 bis 50 Euro könnte man ihnen schon weiterhelfen.
Im strafrechtlichen Sinne nachweisen lässt sich regelmäßig kaum etwas oder gar nichts, weil es selten Geschädigte gibt:
Entweder ist den Opfern noch gar nicht bewusst, dass sie billigen Tand gekauft haben oder sie schämen sich, Betrügern aufgesessen zu sein.
Ein polizeilicher Warnhinweis sollte hier ohnehin entbehrlich sein: Wer unter solch dubiosen Umständen ungeprüften „Goldschmuck“ kauft, der muss sich selbst fragen.
Falsche Ableser und aggressive Werber...
sind eigentlich ein Ganzjahresphänomen, aber in diesen Wochen besonders häufig anzutreffen. Hier geht es entweder darum, unter Vorspiegelung der falschen Identität in die Wohnung gelassen zu werden um diese systematisch nach Geld und Wertsachen durchsuchen zu können oder aber Ihnen soll der Anbieterwechsel (Energieversorger, Handy-/Telekomanbieter, etc.) bzw. der Abschluss eines Abonnements für was auch immer aufgeschwatzt werden.
Die Polizei rät: - Lassen Sie sich die Ausweise solcher „Mitarbeiter“ zeigen - Fragen Sie im Zweifelsfall bei den ihnen bekannten Versorgern/Anbietern nach -
Insbesondere allein lebende Senioren sollten solche Personen nicht in die Wohnung lassen und ggfs. einen neuen Termin vereinbaren, bei dem Angehörige oder Nachbarn zugegen sind
Unterschreiben Sie nichts unter Zeitdruck und achten Sie bei Verträgen auf das ausgefüllte Datum (wichtig für Stornierungsfristen)
Keine Haustürgeschäfte mit Bargeld!
Oft wird auf dem Weg Falschgeld in Umlauf gebracht oder der Trickdieb erleichtert Sie um mehr Geld als Sie glaubten!
Übrigens:
Bankangestellte oder Polizeibeamte machen niemals Hausbesuche, um ihren Bargeldbestand auf „Blüten“ hin zu überprüfen!
In allen genannten Fällen gilt:
Wer unsicher ist, sich von den ungebetenen Gästen bedrängt fühlt oder aus anderen Gründen ein „schlechtes Gefühl“ hat, sollte sich umgehend an die nächstgelegene Polizeidienststelle wenden.
Ausführliche Informationen und weitere Tipps zu diesen und anderen zwielichtigen Praktiken erhalten Sie beim Zentrum Polizeiliche Prävention des Polizeipräsidium Koblenz, Tel.: 0261/103-1. Inhaltlich zu empfehlen sind ferner die Internetseiten der bundesweiten Polizei-Beratung (www.polizei-beratung.de) sowie der Verbraucherzentrale (www.verbraucherzentrale-rlp.de).
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