Diebesgüter - Dienstag, 19.07.2011 08:02

Noch am selben Tag wurde gegen 13.00 Uhr in unmittelbarer Tatortnähe durch Zivilbeamte am Rheinufer der 20-jährige Tatverdächtige angetroffen. Der junge Mann hatte eine große Sporttasche dabei, stand am Rheinufer vor einem Gebüsch und schaute sich auffallend und in alle Richtungen absichernd um. Die eingesetzten Kräfte kontrollierten den Verdächtigen, in dessen mitgeführter Sporttasche sich lediglich ein Paar Handschuhe und Glassplitter befanden. Bei der Kontrolle des Gebüschs, wurde festgestellt, dass von dort ein Trampelpfad in das Innere des Grüngeländes führte. Am Ende der Trampelpfades fanden die eingesetzten Zivilbeamten fünf in Müllsäcken säuberlich verpackte Navigationssysteme (Festeinbauten).
Offensichtlich wollte der 20-Jährige die Navis gerade aus seinem Erdversteck holen, als die Polizisten seinen Plan durchkreuzten. Fünf der sichergestellten Navigationssysteme konnten bereits zweifelsfrei den Fahrzeugen zugeordnet werden, die in der Nacht aufgebrochen worden waren.
Zeitgleich wurde unter der Rodenkirchener Brücke ein weiterer Tatverdächtiger (29) in einem Mercedes ausgemacht. Als dieser die Beamten bemerkte, startete er umgehend den Wagen, und fuhr auf einen der Zivilbeamten zu, der sich nur noch durch einen Schritt zur Seite aus der Gefahrenzone bringen konnte. Der Fluchtversuch scheiterte jedoch - der 29-Jährige wurde festgenommen.
Bei der Durchsuchung des Mercedes wurden unter anderem Werkzeug zum Aufbrechen von Fahrzeugen, ein Klappspaten und zwei mobile Navigationssysteme sichergestellt.
Eines der beiden sichergestellten mobilen Navis war in der Nacht zum 12.12.2010 aus einem von insgesamt vier aufgebrochenen Wagen in Bergisch-Gladbach entwendet worden.
Bereits am 11.03.2011 ist in Leverkusen ein ebenfalls litauischer Autoknacker festgenommen worden. Auch diesem Täter kamen die Fahnder zuvor, als er gerade seine Beute aus einem Erdversteck holen wollte. Die Ermittlungen des Kriminalkommissariats 74, ob und in welchem Umfang er und die nun Festgenommenen noch für weitere Serientaten verantwortlich sein dürften, dauern noch an.
Beide am Samstag festgenommenen Tatverdächtigen wurden dem Richter vorgeführt, der das Duo ins Gefängnis schickte.
Allein in der Zeit vom 01.01.– 31.05.2011 kam es in der Stadtregion Köln zu einer Vielzahl von Fahrzeugaufbrüchen, in denen die Täter es jeweils auf die fest eingebauten Navigationssysteme abgesehen hatten. In einigen Fällen zielten die Straftäter zudem noch auf hochwertige Fahrzeugteile, wie Airbags oder Multifunktionslenkräder, ab.
In allen Fällen handelte es sich ausschließlich um hochwertige Autos deutscher Hersteller. Allein der Schaden, der im ersten Halbjahr 2011 bei dem Diebstahl der Navigeräte entstanden ist, liegt weit über einer Million Euro. Der an den Fahrzeugen verursachte Sachschaden ist hierbei nicht mit eingerechnet.
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