Prävention - Mittwoch, 16.09.2009 00:11

Tatort Deutschland

Bensberg, 15.09.2009

Unter diesem Begriff fand heute die Tagung der Landes-delegierten des Bund Deutscher Kriminalbeamter im Kardinal-Schulte-Haus statt. Die Fachbeiträge und die Zukunftsprog-nosen zur "Kriminalitätsbekämpfung im Wandel der Zeit" lockten dann auch die Vertreter der Fraktionen des Landtages
und den Innenminister, Dr. Ingo Wolff nach Bensberg.

Der mit einer überragenden Mehrheit im Amt des Landesvorsitzenden  bestätigte, Wilfried Albishausen präsentierte mit Georg Prüfling, Hans Hülsbeck, Jürgen Hild und Stefan Becker ein Team an Fach-experten. Den Referenten ist es gelungen, dass hochkarätige Fachpublikum und die Politiker zum Nachdenken zu animieren.

Sie skizzierten in ihren Impulsvorträgen die künftigen Meilensteine und Herausforderungen denen sich Kriminalbeamte ausgesetzt sehen in der Tatortarbeit, Massenfallbearbeitung, Jugend- sowie der Computer und Internetkriminalität.

Lageeinschätzung

Das sich die Kriminalität stark im Wandel befindet ist in allen Beiträgen deutlich geworden. Nicht nur der globalisierte Markt und die schrankenlosen 27 EU-Mitgliedsstaaten bringen neue Probleme, sondern das gesamte Täterverhalten von der Planung bis zur Durchführung der Tat, hat sich rasant verändert.

Mit der veränderten Kriminalitätslage steigen gleichzeitig die Beweisanforderungen der Staatsanwaltschaften und Gerichte. Das Arbeitsvolumen pro Fall ist extrem gestiegen, insbesondere in der Sicherung  und Auswertung von Telefon- und Rechnerdaten.

Als erstes Teilergebnis mussten die Politiker mitnehmen, dass kein Aufschub der Entscheidung zur Umsetzung einer speziellen und baldigen Aus- und Fortbildung von Experten mehr möglich ist, die einerseits Entlastung bringt und dem dynamisch wachsenden Markt der Computer- und Internetkriminalität gerecht wird.

Überalterung 

Der Innenminister musste dann auch bestätigen, dass der von seinem Ministerium selbst in Auftrag gegebene Altersstrukturbericht einen dringenden Handlungsbedarf ergeben hat. Der von Politikern gern zitierte Blick in die polizeiliche Kriminalstatistik verhalf ihm nicht darüber hinweg zu täuschen, dass hierüber keine seriöse Hochrechnungen zum tatsächlichen Dunkelfeld möglich ist. Für NRW steht damit fest, dass die Überalterung im Bereich der Kriminalpolizei zu drastischen Engpässen führen wird, zumal der Nachersatz nicht so schnell ausgebildet und einsatzfähig ist.

Engpässe, Beweisanforderungen und Risiken

Mit rund 9.000 nicht ausgewerteten Spurenträgern ist belegt, dass heutzutage schon gewaltige Engpässe bestehen und Sicherheitslücken nicht mehr geleugnet werden können. Die Rückstände bei den Auswerteeinheiten der Computer- und Internetkriminalität sind zusätzlich gewaltig angewachsen, so dass hier der Begriff der Datenfriedhöfe auf Seiten der Kriminalpolizei erlaubt ist.

Ohne diese gerichtsverwertbaren Auswertungen kann häufig weder der Tatplan, Tatmuster noch deren Komplexität und Kausalität den Staatsanwaltschaften oder Gerichten vermittelt werden.

Für die Beratung am Bürger, der Opfer einer Internetabzocke oder einer Skimming-Attacke am Geldautomaten wurde, bleiben dem Spezialisten gerade einmal 15 Minuten. Im Oberbergischen Kreis befasst sich ein Kriminaler mit 800 Vorgängen.

Politik muss Antworten geben

Keine Antworten hatte der Minister auf die Fragen des Wissenstransfer vor der Verrentung, obwohl er einräumen musste, dass Erfahrungwissen ein geringeres Maß an Unsicherheiten mit sich führen und bei jungen Kriminalen sich erst im Verlauf der Tätigkeit kriminalistische/kriminologische Sucheigenschaften heranreifen.

Insoweit muss die Politik eine Antwort finden, die aus einer modelltheoretischen Betrachtung der Ausbildung eines Kriminalbeamten herausführt, hin zu einer praxisorientierten informations-ökonomischen Unsicherheitsreduktionstrategie für das Land NRW und dessen Bürger.

Millionengrab IGVP

Das Aus für das integrierte Vorgangs- und Bearbeitungssystem der Polizei (IGVP), welches vor Jahren aus Bayern importiert und auch in Thüringen noch eingesetzt wird, wirft Fragen auf zu den Ausgangshypothesen, der prozessbezogenen Beratungstiefe, den hieraus formulierten Effizienzanforderungen und der vor einem Start eingesetzten multivariaten Testverfahren.

Noch so einen millionenschweren Probeversuch mit Poliks (Polizeiliches Landessystem zur Information, Kommunikation und Sachbearbeitung) ka weder ein Innenminister noch die ohnehin gebeutelte Landeskasse leisten.

Unüberhörbare Forderungen

Die Forderung der Delegierten zu einer dynamischen Perspektive und einer Vertrauensgarantie für ihren Berufsstand war unüberhörbar. Der BDK hatte dann auch gleich den Mehrjahresmasterplan zu einem Bachelorstudiengang „Kriminalwissenschaften“ ausgearbeitet. Dieser wurde dann auch zur Überraschung des Innenministers persönlich überreicht.

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Brand - Dienstag, 01.05.2012 13:06

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Am Freitag, 27.04.2012, gegen 22.45 Uhr, wurde ein rosa gefärbter Porsche Cayenne im Bereich des Euro-Industrieparks durch unbekannte Personen in Brand gesetzt. Die Auswertung einer Videoaufzeichnung ergab, dass aus einem fahrenden Auto ein Brandsatz auf den geparkten Porsche geworfen wurde. Das Kennzeichen ist jedoch unbekannt. Der Schaden beträgt ca. 50.000 Euro.

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Urteil der Woche - Donnerstag, 07.07.2011 19:54

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In einem Prozess am Landgericht Frankfurt (Oder) sind gegen die Mitglieder einer professionell agierenden Diebesbande am 30. Juni 2011 hohe Haftstrafen verhängt worden. Nach intensiven Ermittlungen war es der Bundespolizei gelungen, die Bande am 14. Juli 2010 auf frischer Tat festzunehmen.

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Betrug - Samstag, 10.12.2011 18:31

Betrügereien durch Inkassounternehmen - Prävantionshinweis an die Bevölkerung

INGOLSTADT: Seit einiger Zeit versucht ein Inkassounternehmen in ganz Deutschland durch Telefonate oder Postsendungen die jeweiligen Empfänger einzuschüchtern und zur Zahlung unterschiedlicher Geldbeträge zu zwingen. Bundesweit gibt es mehr als 1000 Geschädigte. Auch bei der Kripo Ingolstadt gingen bereits 7 Anzeigen ein. Die unseriöse Firma verschickt Post und versucht zudem per Telefon einen Betrag von rund 100 Euro einzutreiben. Durch ein vermeintliches Telefongespräch, wäre ein Vertrag über die Teilnahme an Gewinnspielen abgeschlossen worden, dessen Kosten nun beglichen werden müssen.

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