- Freitag, 18.09.2009 12:23

Versicherungen verlieren 150 Millionen durch Betrug und Untreue

Köln/Bonn

150 Millionen verloren die deutschen Versicherer durch internen Betrug und Untreue. Diese stolze Summe ging nach Recherchen von Crimereport von 2002 bis 2007 durch interne Betrügereien verlustig. Für Ende des Jahres plant die BaFin eine Veröffentlichung der Statistik 2008. Unsere Recherchen ergaben, dass die Meldungen der Versicherer zu den Betrugshandlungen der Außen- und Innendienstmitarbeiter steigen. Auch die BaFin rechnet mit einem weiteren Anstieg der jährlichen Verlustsumme.

Allein in 2007 verloren die Versicherungen durch dolose Handlungen
28,268 Millionen Euro Versicherungsgelder.

Crimereport wurde von der BaFin bestätigt, dass die Zahl der Täter zwar rückläufig sei, aber die Summe der Betrügereien über 5.000 Euro pro Kopf steigen und damit auch der Profit des Einzelnen.

Ex-Bezirksdirektor und Versicherungsmitarbeiter verurteilt

1.

Auch die neuesten Fälle werden die Verluste  weiter ankurbeln. Ein Ex-Bezirksdirektor der Provinzial NordWest Lebensversicherung AG hatte sich ein ausgeklügeltes dem stellvertretenden Vorsitzenden des Verwaltungs-ausschusses des Rechtsanwaltsversorgungswerks ausgedacht.

Teile des Vermögens des Versorgungswerks wurden in Form von zwei Rentenversicherungs-Verträgen bei dem Versicherer angelegt.

Im Gegenzug erhielt er auf Veranlassung des Bezirksdirektor D. verdeckte Vermittlerprovisionen in Höhe von fast 2,0 Millionen Euro. Die Geldwäsche-aktion erfolgte über eine eigens gegründete Beratungsfirma der Ehegattin. Die Sache flog auf und wurde bis zum Bundesgerichtshof verhandelt ( 5 StR 263/08).

Die Provinzial Lebensversicherung musste die Versicherungsverträge rückabwickeln und dem Versorgungswerk 11,8 Millionen rückerstatten. Makaber ist, dass die Versicherungsscheine allein auf den stellvertretenden Vorsitzen ausgestellt wurden. Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist wohl selbst unter Anwälten besser.

2.

Der 1,3 Millionenbetrug bei der Hannoverschen Leben hat gestern ein Ende vor dem Landgericht Hildesheim gefunden. Der Versicherungsmitarbeiter wurde zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Wir hatten in Crimereport fortlaufend über den Fall und die Hintergründe im Rotlichtmilieu berichtet. Siehe: http://www.crimereport.de/news/artikel/118/

Warum werden Versicherungsmitarbeiter zu Betrügern....

Die Revisoren der Arbeitsgruppe „Fraud in Versicherungen“ meinen die Gründe für das steigende Betrugspotential erkannt zu haben. Galt der Arbeitsplatz beim Versicherer oder die Provision als sicher, so hat sich die Lage dramatisch verändert. Studien belegen, dass die Motivation und Loyalität durch verstärkte Kostensenkungsprogramme gesunken ist.

Revisoren der Allianz, AXA, Continentale, Gothaer und HDI-Gerling sehen hierin den idealen Nährboden für den internen Betrug. Im Durchschnitt müssen sich die Revisoren nach Zahlen der BaFin mit bis zu 400 Personen befassen. Darunter befinden sich jährlich fast 200 Mitarbeiter die einen Betrug über 5.000 Euro begehen.

Controlling und verschärfte

Vorschriften Schon vor der Finanzmarktkrise hatte die BaFin die Anforderungen an eine Meldung doloser Handlungen verschärft. Crimereport wurde bestätigt, dass alle Versicherungsbereiche und Versicherungssparten betroffen sind. Einen Schwerpunkt für Betrug und Untreue sieht die BaFin im Vertrieb.

Tags: Anti-Fraud-Management, Anti-Money-Laundering, Arbeitnehmerdatenschutz, Bestechung, Betrug, Beutezug, Crime, Datenschutzbeauftragte, Diebstahldatenbank, Fallaktenanalyse, Fighting Crime, Finanzmarktkrise, Fraud in Versicherungen, GDV, Geldwäschebekämpfung, Gesamtverband d. dt. Versicherungswirtschaft, Hinweis- und Informationssysteme, IKS, Indikatorenlisten, Inhouse-Betrug, Insurance-Churning, Kassengriff, Kriminalitätsbekämpfung, Lücken im System, Marktanalyse, maschinelle Betrugserkennung, Millionen abgezweigt, Millionengeschäft, organisierte Kriminalität, Rechnungsprüfung, Regreß, Revision, Risiken, Risikomanagement, Risikominimierung, Schmiergelder, Sicherheitslücke, Stichproben, Strohmänner, Unterschlagung, Urteile, Verbraucherschutz, Verdachtsermittlung, Versicherungsbarometer, Versicherungsgelder erschwindelt, Versicherungsmakler, Vertrauen, Vertrauen durch Sicherheit

Versicherungsbarometer - Montag, 25.07.2011 09:27

Halbzeitbilanz 2011: Schaden- und Unfallversicherer

Die Schaden- und Unfallversicherer blicken zuversichtlich auf das laufende Geschäftsjahr. Der Grund hierfür sind leicht steigende Betragseinnahmen und ein stagnierendes Schadenniveau. Das geht aus einer Hochrechnung für 2011 hervor, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin veröffentlichte. Die Beiträge der Schaden- und Unfallversicherer steigen danach um 2,4 Prozent, die Aufwendungen für Schäden legen gegenüber dem Vorjahr um voraussichtlich 0,2 Prozent zu. Die Schaden-Kostenquote – die sogenannte Combined Ratio – wird in Höhe von 97 Prozent erwartet, das ist allerdings nur ein Prozentpunkt weniger als im Vorjahr.

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Urteil der Woche - Donnerstag, 07.07.2011 19:54

Buntmetalldiebe zu empfindlichen Haftstrafen verurteilt

In einem Prozess am Landgericht Frankfurt (Oder) sind gegen die Mitglieder einer professionell agierenden Diebesbande am 30. Juni 2011 hohe Haftstrafen verhängt worden. Nach intensiven Ermittlungen war es der Bundespolizei gelungen, die Bande am 14. Juli 2010 auf frischer Tat festzunehmen.

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Betrug - Samstag, 10.12.2011 18:31

Betrügereien durch Inkassounternehmen - Prävantionshinweis an die Bevölkerung

INGOLSTADT: Seit einiger Zeit versucht ein Inkassounternehmen in ganz Deutschland durch Telefonate oder Postsendungen die jeweiligen Empfänger einzuschüchtern und zur Zahlung unterschiedlicher Geldbeträge zu zwingen. Bundesweit gibt es mehr als 1000 Geschädigte. Auch bei der Kripo Ingolstadt gingen bereits 7 Anzeigen ein. Die unseriöse Firma verschickt Post und versucht zudem per Telefon einen Betrag von rund 100 Euro einzutreiben. Durch ein vermeintliches Telefongespräch, wäre ein Vertrag über die Teilnahme an Gewinnspielen abgeschlossen worden, dessen Kosten nun beglichen werden müssen.

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Crimereport ist ein Nachrichtenportal. Das Kriminal-Magazin stellt aktuelle Informationen für die Versicherungs- und Sicherheitsbranche zur Verfügung. Als Ratgeber- und Themenportal im Bereich der Finanzwirtschaft werden umfassende Analysen, Meinungen und kompakte Themenschwerpunkte mit Hintergrundinformationen zur Verfügung gestellt, die auch für Verbraucher von großem Nutzen sind. Mit seinen Inhalten, Tools und Services orientiert sich Crimereport an den Bedürfnissen der User. Über aktuelle Risiken wird aufgeklärt. Mit dem Datenbanksystem des Nachrichtenportals liefert Crimereport einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung über die Versicherungskriminalität und damit in Zusammenhang stehender Delikte. Verbraucher werden sensibilisiert. In den Kernthemen werden weitere Informationen zur Verfügung gestellt. Der Inhaber war sechs Jahre Leiter der Abteilung Kriminalitäts- und Geldwäschebekämpfung im Gesamtverband d. dt. Versicherungswirtschaft. Zuvor war er 20 Jahre in der Versicherungsbranche in verschiedenen Führungsaufgaben mit Themen der Schadenabwicklung, Betrugsabwehr und des Risikomanagement befasst. Auf die Erfahrung aus über 3.200 Gerichtsverfahren kann zurückgegriffen werden. Den Kunden werden weitere Services zur Verfügung gestellt. Mit einer Mediathek, dem Archiv, der indivduellen Recherche, dem Expertenbranchenbuch und einem Kriminalmagazin werden weitere Hilfestellungen angeboten.

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