Diebstahl - Donnerstag, 24.09.2009 16:32

Wettrüsten um die Sicherheit
Lange Zeit hatte die Autoindustrie die Nase vorn bei der Entwicklung und dem Einsatz der Cryptotransponder-Technologie.
Mit der Erfindung der elektronischen Wegfahrsperre hatten die Hersteller nicht nur die Diebe, sondern auch die Schlüsselindustrie und ihre Kunden im Griff.
Monopol hatte Vorteile für die Sicherheit
Nach einem Schlüsselverlust konnte nur der Hersteller weiterhelfen. Das war für den Konsumenten nicht immer günstig, aber eine sichere Bank in der Dokumentation zum Nachweis der Anzahl vorhandener bzw. bestellter Fahrzeugschlüssel oder anderer sicherheitsrelevanter Teile. Crypto II fordert die Autohersteller heraus.
Premiumklasse – auch (k)ein Problem…….
Selbst Automobilhersteller der Premiumklasse konnten sich bei einem Test davon überzeugen, dass das mitgebrachte Werksfahrzeug aus der neuesten Serie mit dem Transponderklon ohne Probleme gestartet werden konnte.
Verbraucherschutz
Im Ausland wird der Crypto II verstärkt in Schlüsselfachgeschäften bereits eingesetzt. Der Vertrieb in Deutschland kommt seit der Eisenwarenmesse in Köln in Gang.
Fahrzeugdokumentationsdatenbank (FDok)
Die ausgefeilte und lückenlose Fahrzeugdokumentationsdatenbank (FDok) der Autohersteller könnte einen gewichtigen Knacks erhalten. Die Schlüsselfachgeschäfte sind den hohen Sicherheitsanforderungen der Hersteller nicht unterworfen und auch mit deren FDok-Datenbanksystemen nicht vernetzt.
Sicherheitsstandard muss erhalten bleiben
Volkswirtschaftlich ist es extrem wichtig, dass der erreichte Sicherheitsstandard und die Kontrollfunktionen erhalten bleiben. Es ist dafür Sorge zu tragen, dass der sichere Autokauf und Diebstahlschutz nicht zum Lotteriespiel werden. Der Verbraucher muss den Überblick behalten, damit keine ungeklärte Anzahl von geklonten Cryptotrans-ponder mit dem Fahrtberechtigungssystem kommunizieren kann.
Tipps zum Eigenschutz
Fahrzeugkäufer sollten sich bestätigen lassen, dass die Anzahl der Fahrzeugschlüssel der Erstausstattung des Herstellers entsprechen. Ersatzbeschaffte Schlüssel sollten separat dokumentiert werden. Lassen Sie sich schriftlich bestätigen, dass keine weiteren Fahrzeugschlüssel im Umlauf sind. Eine beidseitige Kopie der Fahrzeugschlüssel mit Unterschrift des Verkäufers ist zu empfehlen. Beim markengebundenen Händler kann zusätzlich mittels Diagnosegerät eine Überprüfung zum Ist-Stand der Schlüsselkonfiguration erstellt werden. Dann sehen Sie schwarz auf weiß, dass keine zusätzlichen Schlüssel angelernt bzw. sich ein Hinweis findet für eine Sperre der Schlüsselbahn. Das wäre ein sicheres Zeichen dafür, dass ein Schlüssel abhandenkam, der jetzt irgendwie zum vollständigen Satz komplettiert wurde. Die Erklärungen des Verkäufers sollten zu diesen Umständen dokumentiert werden. Bei einigen Herstellern ist auch die Kilometerleistung am Schlüsseltransponder auslesbar. Hierüber können Sie zumindest einschätzen, welcher der Schlüssel hauptsächlich gebraucht wurde und ob die Laufleistung auch mit dem Tachostand im Einklang steht.
Kein absoluter Schutz, aber wer nichts zu verbergen hat, der wird Ihnen beim Autokauf die Karten auf den Tisch legen.
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