Gefahren im Internet - Samstag, 27.06.2009 18:14

Anfang Mai hatte die Bielefelder Staatsanwaltschaft laut OStA Baumgart noch das Ermittlungsverfahren wegen Betruges gegen die Betreiber einstellen müssen. Das Besondere an der Sache ist der Weg der Geldbeschaffung. Mit dem Lockangeboten werden angeblich Gratisprogramme angeboten. Kurios ist, dass selbst Menschen die keinen PC haben auch Rechnungen von dem Internetanbieter erhalten. Woher diese Kundendaten stammen gilt es zu ermitteln.
Ohne Einnahmen kein Profit (Vermögensabschöpfung):
Der Kreis der Beschuldigten aus der Region Ostwestfalen-Lippe und Niedersachsen hat offensichtlich untereinander Verbindungen. Nach den Verfahren in Bielefeld und Detmold scheint es so, dass eine Evakuierung der Unternehmensaktivitäten nach Hannover und Osnabrück stattfand. Die Staatsanwaltschaft Hannover mochte noch nicht bestätigen, dass sie die Konten der in Hannover ansässigen Firma mit fast einer Million Euro eingefroren hat. Etliche Opfer luden sich die Software von der Seite herunter, die dort vermeintlich kostenlos angeboten wurde, gingen damit aber unbemerkt einen Abo-Vertrag ein. Die ins Visier der Ermittler geratene Inkassofirma L & H GmbH in Hannover verfügt lediglich über eine Postanschrift. Kontaktaufnahme zwecklos.
Rolle der Banken:
Nach neueren Urteilen dürfen Banken Konteninhabern kündigen, wenn diese Konten für strafbare oder verbotene Aktivitäten genutzt werden. Sind die Betreiber sogenannte Abofallensteller oder Inkassounternehmen und verlangen sie von Internetnutzern, die in Vertragsfallen getappt waren, dass sie ihnen auf ihre Konten bestimmte Beträge überweisen sollten, dann kann die Bank die Konten bei wichtigem Grund kündigen. Nach BGH liegt nach der Interessensabwägung ein wichtiger Grund vor, wenn das Girokonto für strafbare oder verbotene Aktivitäten gebraucht wird. Die aktuelle Rechtsprechung zum Kontoentzug und die schnelle Vermögensabschöpfung könnten dabei helfen, den Internetbetrügern das Handwerk zu legen. Ohne Konto lässt sich aus den Machenschaften kein Profit schlagen. Die Staatsanwaltschaften und Banken sollten schnell agieren, desto weniger Opfer wird es geben.
Tags: Crime Report, Download-Abzocke, Kriminalstatistik, massenhafte Betrug, Serienbetrüger, Tatmittel Internet
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