Brand - Freitag, 10.07.2009 01:17

Busbrände - Vertrauen in die Sicherheit

Die meisten Busbrände gehen Gott sei Dank glimpflich aus. Aus den schrecklichen Ereignissen der letzten Jahre haben die Hersteller, Haftpflicht- und Fahrzeugversicherer einige Erkenntnisse für sich gezogen. Brände sind unter der Betrachtung der Zulassungszahlen und der enormen Fahrleistung selten. Crimereport hat recherchiert.

Mit der in 2005 im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) erstellten Studie hat die DEKRA Unfallforschung zum “Brandverhalten der Innenausstattung von Reisebussen” schon untermauert, dass moderne Reisebusse beim Brandschutz bereits einen hohen Sicherheitsstandard aufweisen: (http://www.dekra.net/dekra_net/live/content_net/psfile/pdfdown/78/Brandschut42086f6d99ad7.pdf)

Die Forderungen der Unfallforscher richteten sich damals im Wesentlichen an die Busbetriebe zur Nachrüstung automatischer Brandmeldesysteme. Nach dem schrecklichen Busbrand im November 2008, bei dem 20 Menschen in den Tod gerissen wurden, flammen die Diskussionen um den Vertrauensverlust in die Sicherheit wieder auf. Die Omnibusbusrevue greift das Thema der Löschsysteme im Januar 2009 erneut auf und verweist auf 5.000 Busbrände in den USA, Großbritannien und Dänemark. (http://www.omnibusrevue.de/sixcms/detail.php?id=801072&template=de_news_pdf_or).

Dittmeier, der größte deutsche Versicherungsmakler für die Omnibusunternehmer hat schon vor Jahren für seine Kunden in Merkblättern und Fachzeitschriften eine Anti-Busbrand-Checkliste in Umlauf gebracht. Mit seinen Kunden, der Dekra und den Herstellern wurden den Busunternehmen praktische Tipps zur Vorbeugung und dem Verhalten im Brandfall zusammengetragen (www.dittmeier.de). Diese Checklisten sind nach wie vor hochaktuell und sind bei Dittmeier per Email zu beziehen.

Brandentstehung meistens im Motorraum

Nach wie vor entstehen die meisten Busbrände während der Fahrt im Motorraum, wobei die Wartung durch den Busunternehmer alleine nicht ausschlaggebend ist. Insider sprechen davon, dass angescheuerte Leitungen im Bereich der Kraftstoff- und Ölversorgung sowie mechanische Beschädigungen und elektrische Defekte die häufigsten Brandauslöser sind. So ist auch erklärbar, dass die Vollbrände der letzten Wochen bei den Berliner Verkehrsbetrieben an einem Fahrzeugtyp die Fachleute nicht sonderlich beunruhigt.Selbst dann nicht, wenn der gleiche Fahrzeugtyp auch schon vor fünf Jahre zuvor brannte.

Das Problem besteht eher darin, dass eine Risikoprophylaxe für die Hersteller, beratenden Zulieferer und Busunternehmer nur möglich wäre, wenn über die Brandursachenforschung ein dichtes Netz an Informationen vorläge. Hersteller, Zulieferer, Behörden, Makler wie Dittmeier, Brandsachverständige und Versicherer verfügen aber über keine zentrale Datei zu diesen besonderen technischen Vorkommnissen.

Das rechtzeitige Erkennen eines Busbrandes wird damit allein auf die Fähigkeiten des Fahrers übertragen. Dieser ist ohnehin zusätzlich Bordmechaniker, Servicekraft und überhaupt Mädchen für alles. Hierbei wird verkannt, dass andere Verkehrsteilnehmer oder die Insassen den Brand eher bemerken. Erfolgt der Hinweis, dann ist schnelles und richtiges Reagieren wichtig. Ein Vollbrand kann schon nach 15 Minuten entstehen. Viele Brandereignisse belegen, dass es in der Notsituation auf den Busfahrer ankommt, damit Schlimmeres verhindert werden kann.

Statistiken zu Busbränden

Die Statistiken des GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) verzeichneten in 1999 schon 190 Reisebusbrände. Dekra untersuchte 55 Busbrände die sich von 1999 bis 2003 ereigneten. Unter dem Gesichtspunkt der Beratung führt Dittmeier für sich eine Statistik seit dem Jahr 2000. Dort sind Hinweise enthalten zu 154 Bränden. Ähnliche Statistiken führen auch Brandsachverständige, Hersteller und Zulieferer, wobei letztere sich Schlimmstenfalls mit einem Image- und Produkthaftungsfall konfrontiert sehen. Bei allen Zahlenspielen sind die Brände im öffentlichen Nahverkehr mit einzubeziehen. Der Verein f. d. deutschen Brandschutz (VfdB) versucht seit Jahren eine Statistik aufzubauen.

Die Systeme sind vorhanden. Es mangelt eher an der Disziplin der Zulieferung der Dateninhaber und klarer gesetzlicher Regelungen, insbesondere zum Datenschutz.

Ein Blick über Grenzen:

Die Statistiken von Busbränden in Norwegen und Schweden belegen, dass jährlich mindestens 1–1,5 % Busse im Straßenverkehr an Bränden beteiligt sind. Aufgrund der Häufigkeit solcher Brände wurde das nationale schwedische Prüf- und Forschungsinstitut tätig. In einem zweijährigen Forschungsprogramm wurde die Brandsicherheit in Bussen überprüft, um Wege aufzuzeigen, wie Busbrände verringert und deren Folgen minimiert werden können.

Die Studie befasste sich mit Brandstatistiken, dem Brandverhalten von Materialien und Bauteilen, der Busbauarten, der Entwicklung von Tests für Motorraumbrand-melder und Löschsystemen. In Testverfahren wurden übliche, im Businnenraum verwendete Materialien (Wandbekleidungen, Bodenbeläge, Vorhänge, Dämmstoffe, Kunststoffplatten und Sitze) auf Entzündbarkeit, Flammenausbreitung, Wärmeabgabe, Rauchentwicklung und die Bildung toxischer Brandgase untersucht. Die Ergebnisse zeigten, dass die meisten der derzeit in Bussen eingesetzten Materialien die Anforderungen moderner Prüfverfahren, wie sie im Schien- und Schiffsverkehr gelten, nicht bestehen und daher ein nicht zu unterschätzendes Brandrisiko darstellen.

In der Arbeitsgruppe „General Safety Provisions“ (GRSG) des „World Forum for Harmonisation of Vehicle Regulations“ der „Economic Commission for Europe“ der vereinten Nationen (UNECE) wurde die Studie als Vorschlag zur Verbesserung der Brandsicherheit in Bussen vorgestellt. Auch in den USA wird das Thema Kraftfahrzeugbrände aufmerksam verfolgt, da hier jährlich ca. 400 Tote zu beklagen sind. Namhafte Brandforscher weisen auf die gleichen Probleme hin und mahnen US Automobilindustrie und Behörden, die Brandsicherheit durch strengere Anforderungen und Verwendung moderner Brandprüfverfahren zu erhöhen.

Für die weitere Sicherheitsforschung wird deutlich, dass Handlungsbedarfe bestehen, die einer weiteren Zersplitterung der Wissensvernetzung der verschiedensten Akteure entgegenwirkt.

Im Interesse der vielen Busreisenden sind auch die Busbrände im öffentlichen Nahverkehr (mit tausenden Schülern) schon allein Grund genug die Erkenntnisgewinnung voranzutreiben. Die Einrichtung eines runden Tisches mit Herstellern, Busunternehmern, Brandexperten, Kraftfahrtbundesamt, Versicherern und Rettungsorganisationen wäre ein erstes Signal.

Die Ursachenforschung zur Brandkatastrophe in Hannover zeigt, dass die Aufklärung der Verantwortlichkeiten nach einem Vollbrand schwierig genug ist. Den Brandopfern ist es geschuldet, dass die Risikoprophylaxe bestmöglich von allen und für alle Akteure koordiniert erfolgt.

Eine kleine Chronik der Busbrände:

18.06.2009 Reisebus brennt komplett aus, 150.000 Euro Schaden
17.06.2009 BVG-weiterer Citaro brennt
16.06.2009 BVG-Bus fing Feuer
15.06.2009 Reisebus brennt-44 Kinder gerettet
13.05.2009 Fahrerin bemerkt im Rückspiegel Qualm, 40 Schüler gerettet 12.05.2009 Brand eines Reisebusses, neun leicht Verletzte
03.05.2009 BVG-Fahrer rettet 15 Fahrgäste
17.03.2009 Reisebus; 70.000 Euro Schaden
23.03.2009 Bus-Brand bei Neuenstein, 300.000 Euro Schaden
07.03.2009 50 junge Deutsche aus Skibus gerettet
06.02.2009 Busbrand; 85.000 Euro Schaden
12.01.2009 Brand auf Tauernautobahn, 47 Fahrgäste gerettet
12.01.2009 Fahrer hört lauten Knall, 16 Reisende unverletzt
07.11.2008 Busbrand; 57.000 Euro Schaden
04.11.2008 20 Menschen sterben
11.10.2008 Reisebus abgebrannt, 68.000 Euro Schaden
11.09.2008 Busbrand, geschätzter Schaden 67.000 Euro
07.09.2008 Brand eines Reisebusses, ca. 180 tausend Euro
16.07.2007 Würzburg, 35 Urlauber aus Reisebus gerettet
14.07.2007 A7-polnische Reisegruppe konnte sich in Sicherheit bringen
17.10.2006 Linienbus fing Feuer, 26 Insassen d gerettet
09.10.2006 Reisebus mit Schulklasse fängt Feuer auf der A2
27.09.2006 Bus mit Schweizer Touristen in Brand geraten
23. 09.2006 Stadtbus fing Feuer. Fahrgäste rechtzeitig evakuiert
22.09.2006 Flammen im Schulbus in Merenberg. Schüler gerettet
15.09.2006 Schulbus ausgebrannt. 21 Schüler kamen
06.09.2006 Brennender Bus legt Verkehr in halb Trier lahm
18. 08.2006 Hamburger Reisebus stand in Flammen
02.08.2006 Linienbus fängt Feuer, 20 Fahrgäste unverletzt gerettet
02.08.2006 47 Leipziger Jugendliche knapp dem Tod entronnen.
11.07.2006 Linienbus in Stralsund brannte - vier Leichtverletzte
09.07.2006 Schulbus geht in Flammen auf – neun Schüler hatten Glück 08.07.2006 Linienbus komplett ausgebrannt
07.07.2006 Hermersberg, Schulbus brennt aus – Insassen unverletzt
27.06.2006 Freiburg, Reisebus brennt vollständig ab
21.06.2006 Mondsee, ein mit 60 Schülern besetzter Postbus fängt Feuer
19 Jun 2006 Dieselleitung geplatzt – Kinder gerettet
18.06.2006 Höllental – Vollbrand 80.000 € 
14.06.2006 Brand im 322er Bus, fünf Fahrgäste blieben unverletzt
03.06.2006 Schulbus geriet in Brand
09.05.2006 Linienbus ausgebrannt
03.05.2006 Schulbus-Brand in Kierspe, 30 Schüler gerettet vom Fahrer 
01.05.2006 Vollbrand eines Busses auf der A7 
25.04.2006 KVB-Bus brannte in Bocklemünd 
29.04.2006 Bus gerät in Brand, 45 Schulkinder entkommen unverletzt 
26.04.2006 Reisebus ausgebrannt, 22 Franzosen unverletzt
24.04.2006 Motorbrand im Schulbus, 35 Schulkinder von Fahrer gerettet 16.04.2004 Tschechischer Reisebus brennt auf BAB, 150.000 Euro

Versicherungsbarometer - Montag, 25.07.2011 09:27

Halbzeitbilanz 2011: Schaden- und Unfallversicherer

Die Schaden- und Unfallversicherer blicken zuversichtlich auf das laufende Geschäftsjahr. Der Grund hierfür sind leicht steigende Betragseinnahmen und ein stagnierendes Schadenniveau. Das geht aus einer Hochrechnung für 2011 hervor, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin veröffentlichte. Die Beiträge der Schaden- und Unfallversicherer steigen danach um 2,4 Prozent, die Aufwendungen für Schäden legen gegenüber dem Vorjahr um voraussichtlich 0,2 Prozent zu. Die Schaden-Kostenquote – die sogenannte Combined Ratio – wird in Höhe von 97 Prozent erwartet, das ist allerdings nur ein Prozentpunkt weniger als im Vorjahr.

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Produktwarnungen - Montag, 17.10.2011 08:00

Überhitzungsgefahr bei SAAB 9-3 und 9-5

Durch eine defekte Verbindung am Motorblock kann unter Umständen die Heizung der Modelle Saab 9-3 und 9-5 überhitzen und einen Brand im Fahrzeug verursachen.

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Brand - Mittwoch, 28.12.2011 21:58

Brand in Tiefgarage - sieben Fahrzeuge stark beschädigt

BAD GRIESBACH.LKRS.ROTTAL-INN: Am Dienstag (27.12.2011) brannten in einer Tiefgarage eines Hotels in der Thermalbadstraße sieben Fahrzeuge zum Teil vollständig aus. Die Ermittler der Kripo Passau gehen von Brandstiftung aus. Es entstand Sachschaden von rund 150.000 Euro.

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